Sonntag, 20. Juli 2014

Shades of Grey - Geheimes Verlangen

E.L. James

1 von 5 Punkten

Mädels! Frauen! Hexenschwestern! Jetzt mal ohne scheiß. Das kann doch NICHT WIRKLICH Euer Ernst sein, oder? Dieses Werk, diese niedergeschriebene Hühnerkacke war WOCHEN- ach was sag ich - MONATE - ach was sag ich - GEFÜHLTE HUNDERT JAHRE AUF PLATZ 1 (!!!!!!) sämtlicher Büchercharts und weltweit ein ABSOLUTER BESTSELLER????!!!! Was bitte stimmt in dieser Welt nicht mehr?!?

Da schreibt eine scheinbar weltfremde Hausfrau mit dem Wortschatz eines Bonobo auf gefühlten 10.000 Seiten ihre Vorstellungen eines ach so verruchten Sexuallebens nieder und ihr ernennt diesen Schund als die neue Bibel of Love ?!? Ich bin entsetzt.

Die 21-jährige Anastasia studiert Literatur und ist ein völlig unbeflecktes und ein in jeglicher erdenklicher Hinsicht unerfahrenes Wesen. Sie ist natürlich noch Jungfrau, hatte noch nie einen Freund, geht nicht auf Partys, war noch nie betrunken und hat als in-der-heutigen-Zeit-ach-so-naives-Wesen-aber-dafür-Literaturstudentin auch keinen eigenen Rechner und selbstverständlich kein Smartphone. Darüber hinaus ist sie schrecklich schüchtern. So schüchtern, dass sie die Hälfte der Zeit des Buches errötet oder verlegen auf ihre Hände oder irgendein anderes beliebiges Körperteil starrt. So auch, als sie den sexy und wahnsinnig erfolgreichen Geschäftsmann Christian Grey kennenlernt. Christian Grey - den Inbegriff der Männlichkeit. Christian Grey - die personifizierte Form von Sex. Christian Grey - der Mann, dessen Augen aussehen, wie flüssiges Silber. Christian Grey - bom chicka wah wah. Christian Grey. Und ich muss es nochmal sagen: Christian Grey.

Die ersten 80 Seiten hat es noch ein bisschen geholfen, ihn sich wie Ryan Gosling vorzustellen. Aber auch der Zauber verflog dann irgendwann. Sorry, Ryan. 
Christian Grey.

Diese jenseits geile Sau also - Christian Grey - trifft nun auf das ach so scheue und denkbar langweiligste Wesen der Welt - Anastasia Steele - und verfällt ihm, wie sollte es auch anders sein, auf Gedeih und Verderb und entschließt sich daher dazu, dieses nonnengleiche Schneewittchen zu seiner erotischen Gespielin zu machen. Denn Christian Grey sieht nicht nur übermenschlich gut aus und ist mit seinen 27 Jahren mehrfacher Trillionär - NEIN! Christian Grey birgt ein dunkles, dunkles Geheimnis in seinen luxuriösen Gemächern - eine Spielkammer, in denen er seine schmutzigen Phantasien mit Ketten, Fesseln und Reitgerten auslebt. 
Der schlimme Finger.
Und der arme Hase Anastasia kommt gar nicht mehr aus dem Erröten und auf die Hände gucken raus, ist sie doch hin- und hergerissen zwischen jungfräulichem Entsetzen einerseits und ihrem feuchten Höschen andererseits beim Anblick von Mr. Boombastic Christian Grey.

Natürlich kann sie der dunklen Versuchung nicht widerstehen und geht mit ihm in seinen Keller, wo sie dann auch ein bisschen den Popo versohlt bekommt.
Hier kommt dann auch schon die nächste Hiobs-Botschaft: Derjenige Leser, der wirklich ernsthaft erwartet hat, in die Welt des BDSM eingeführt zu werden, wird bitter enttäuscht. 
Die Phantasien reichen hier gerade so weit, wie sie eine kleine Vorstadt-Hausfrau im prüden US-Amerika eben haben kann. So viel dazu.

Ach, ich könnte mich ewig in dieser Form weiter über dieses denkbar schlechte Buch mit seinen schlechten Figuren, der langweiligen Handlung und der so grottenschlechten Sprache auslassen. Ich habe mich wirklich selten regelrecht von einem Roman sprachlich so beleidigt gefühlt wie von Shades of Grey.
Ein Flop, so floppiger wie er sonst nicht sein könnte.

Kurz und knapp
Don't read this shit. Christian Grey.




Die Tribute von Panem - Flammender Zorn

Suzanne Collins

2 von 5 Punkten

Mööpmööpmöööp  - ein flammender Zorn, der bei mir nicht mal einen kleinen Funken entfachen konnte.

Katness erfährt, dass sie nun endgültig zum Spottölpel der Nation, zum Maskottchen der zweiten Revolution von Panem gegen das totalitäre Kapitol auserkoren wurde.
Seelisch und körperlich immer noch von den vorausgehenden Geschehnissen geschädigt muss sie außerdem erfahren, dass Peeta im Kapitol festgehalten und dass ihr Heimat-Distrikt 12 vollständig zerstört wurde.
Es gilt nun, sich auf die kommende Revolution vorzubereiten.

Der größte Teil des Buches spielt in den Katakomben des zerstört geglaubten Distrikt 13, was möglicherweise zu der Eintönigkeit des letzten Bandes führt. Die Stimmung von Flammender Zorn ist durchgehend düster, der Leser wird mit vielen Gewaltszenen und mit viel Leid konfrontiert.
Die Weiterführung des Handlungsstranges ist erfreulicherweise konsequent - ein Happy Pappy Supidupi Ende hätte einfach nicht gepasst - auch wenn der Schluss mich als Leser irgendwie unbefriedigt zurücklässt.

Die Panem-Reihe, die mit dem ersten Band so gut überragend gut begann, flacht mit dem zweiten Band gehörig ab um mit dem dritten und finalen Band der Trilogie leider seinen für mich langweiligen und den beiden ersten Bändern nicht würdigen "Höhepunkt" zu erreichen. 

Kurz und knapp
Ich hatte nach dem ersten Band so sehr gehofft, einen Buchreihe gefunden zu haben, die denen der Harry-Potter-Bücher ebenbürtig ist, wurde aber leider von Band zu Band bitter enttäuscht. 
So vergieße ich ich kummervolles Tränchen und kann dazu leider nicht mehr sagen: schade drum. Sehr, sehr schade drum.



Sonntag, 22. Juni 2014

Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe

Suzanne Collins

3 von 5 Punkten

Die Geschichte um die Hungerspiele geht weiter! Katniss und Peeta haben den Kampf in der Arena zwar - durch einen Trick - überlebt, aber sich damit gleichzeitig ungewollt gegen das Kapitol aufgelehnt.
Ein Verhalten, dass nicht ohne Folgen bleibt...das Kapitol schickt sie wie auch alle anderen Gewinner erneut in die Arena, und diesmal soll es wirklich nur einen Überlebenden geben...

Die Trilogie um die Tribute von Panem ist eine der mitreissendsten und spannendsten Geschichten, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Und auch wenn der zweite Band mich nicht so fesseln konnte, wie der erste Teil, so habe ich mir dennoch gestern den dritten Band (als Hardcover - und das will was heißen!! Hab ich bislang nur bei Harry Potter gemacht.) gekauft, weil ich unbedingt wissen möchte, wie die Geschichte ausgeht. 

Ich bin schon seeeehr gespannt!

Kurz und knapp


Der zweite Band der Panem-Trilogie kann für mich nicht ganz mit dem grandiosen Vorgänger-Roman mithalten, was mich dennoch nicht davon abhalten konnte, mir den dritten Band zuzulegen. Die Idee zu den Tributen von Panem ist und bleibt für mich genial und ich kann es kaum erwarten, weiter zu lesen!



Mittwoch, 16. April 2014

Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

Suzanne Collins

5 von 5 Punkten

Boom! Endlich seit langem mal wieder ein Buch, dass bei mir eingeschlagen hat wie eine Bombe!
Und dass auch noch noch bei einem dieser so genannten Bestseller-Pageturner-Hastenichjesehn-Bücher!
Aber: Da steh ich drüber ;) 

Das Reich Panem besteht aus 12 Distrikten. Also sowas wie Bundesländer. 

Regiert wird Panem vom so genannten Kapitol. Also sowas wie die Bundesregierung. Nur diktatorischer. Also sagen wir mal, sowas wie die Regierung von Nordkorea. Nur ohne Humpty Dumpty auf dem Thron.
Einst waren es 13 Distrikte, doch bei einem Rebellenaufstand, bei dem sich die Distrikte gegen die Regierung wandten, wurde das 13. Distrikt zerstört und seitdem herrscht Frieden in Panem.
Ein zweifelhafter Frieden, bei dem das Volk unterdrückt wird und der größte Teil der Bevölkerung Hunger leiden muss und ums Überleben kämpft.

Um eine weitere Rebellion zu verhindern und das Volk an die Macht des Kapitol zu erinnern, werden jedes Jahr die so genannten Hungerspiele veranstaltet: Jedes Distrikt muss dabei zwei Teilnehmer stellen - zwei Tribute - ein Junge und ein Mädchen unter 18 Jahren.

Diese 24 Tribute müssen dann im Rahmen der Spiele - einem riesengroßen medialen Jubel-Trubel-Heiterkeit-Ereignis - in einer künstlich angelegten Arena gegeneinander kämpfen. Bis auf den Tod. 
Es kann nur einen Sieger geben, 23 Tribute müssen sterben.
Könnte nebenbei bemerkt auch bei uns im Fernsehen laufen - und keiner würde sich groß wundern.

Eine super Idee, die zudem auch noch super umgesetzt worden ist. 
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und musste auch gleich danach den Film anschauen (der zwar kurz nach dem Buch etwas abgespeckt wirkt, aber dennoch auch wirklich gut gemacht ist).

Die Panem-Reihe ist eine Trilogie, ich bin nun schon sehr gespannt auf die anderen beiden Teile!


Kurz und knapp

Ein super Buch mit einer unglaublich spannenden Geschichte. 
Toll geschrieben, tolle Hauptprotagonisten und zwischen den Zeilen sogar ein Hauch Gesellschaftskritik.
Wat willste mehr?



Sonntag, 2. Februar 2014

Amokspiel

Sebastian Fitzek

4 von 5 Punkten

Ein Mann dringt in das Aufnahmestudio eines Radiosenders ein und nimmt die dort Anwesenden als Geisel. 
So verbarrikadiert, geht er live auf Sendung und verkündet, dass er das vom Radio regelmäßig durchgeführte Gewinnspiel, den so genannten "Cash-Call", ebenfalls spielen wird. 
Hierbei wird vom Sender irgendeine Telefonnummer angerufen, bei dem sich der Angerufene sofort beim Abheben mit dem Satz "Ich höre 101Punkt5 und jetzt her mit dem Zaster" melden muss. Tut er das, so erhält er eine Menge Geld, meldet er sich nur mit "Hallo" oder seinem Namen, gewinnt er nichts.

Der Geiselnehmer nimmt bei seinem Spielchen allerdings eine kleine aber feine Regeländerung vor: Meldet sich der Angerufene nicht mit "Ich höre 101Punkt5 und jetzt lass eine Geisel frei"....*trommelwirbel* erschießt er eine Geisel *tadaaaa*

Bäm! So beginnt der Roman "Amokspiel" von Baschti Fitzek und man denkt sich nur so "Uiuiuiui - in your face!"
Starker Anfang, das wird gut! Doch bei einem Fitzek führt die Reise meist nie dahin, wo man sie als Leser vermutet. Jeder andere Autor hätte auf diesem Plott aufgebaut, seine 200 Seite dazu runtergeschrieben und gut is. 

Nicht so ein Herr Fitzek!

Denn als die Polizei mit dem Herrn Geiselnehmer in die Verhandlungen geht - selbstverständlich live on air - stellt sich heraus, dass der gute Mann kein Lösegeld fordert. Nein! Er möchte einzig und allein seine Verlobte zu sich gebracht wissen, dann hat der ganze Spuk ein Ende. Ein an sich leicht zu bewerkstelligender Umstand... *trommelwirbel*  wäre die Holde nicht vor 8 Monaten bei einem Autounfall gestorben *tadaaaa*

Wird noch besser!

Irgendwann stellt sich nämlich heraus, dass der böse Geiselnehmer seine Geiseln möglicherweise gar nich wirklich so richtig echt als Geiseln genommen hat....*trommelwirbel* sondern mit denen unter einer Decke steckt *tadaaaa*

Hach ja, sie sind eine wahre Freude, die Fitzek-Romane. Machen absolut Spaß zu lesen, sind super spannend, man weiß nie so richtig, was einen erwartet und toll geschrieben.

Mein persönliches Manko an "Amokspiel" war dann leider das letzte Drittel des Buches, bei dem ich den Eindruck hatte, ich lese das Drehbuch eines Hollywood-Action-Streifens. Die Psychologie und Tiefe des Buches geht leider hintenraus etwas verloren, doch, ich verzeihe das dem Autor gnädigerweise. Gerade nochmal so.


Kurz und knapp
Ein Roman, der sehr, sehr stark anfängt, an Fahrt gewinnt um dann hintenraus nicht konsequent weiter gesponnen wird und dadurch ein bisschen an seiner Stärke verliert.
Dennoch: Dolle Show!






Samstag, 1. Februar 2014

Splitter

Sebastian Fitzek

4 von 5 Punkten

Booaaaahh - dieses Buch ist kein Buch - das ist eine Achterbahn, die einen auf einen Spannungsbogen-am-Flitzebogen-Überspannen-Strapazieren mitnimmt. Alter Schwede! 
Schon lange nicht mehr hat mich ein Buch so sehr unter Hochspannung versetzt wie "Splitter" von Sebastian Fitzek, bei dem ich es nicht aushalten konnte, NICHT weiterzulesen.
Ein (für mich) absolut unvorhersehbares Ende (und gleichzeitig damit auch leider der fehlende Punkt zu Höchstpunktzahl) und eine atemlos lassende voranpreschende Geschichte.

Streeworker Marc Lucas hat seine Frau und sein ungeborenes Kind durch einen selbstverursachten Autounfall verloren. Einen Umstand, den er am liebsten vergessen würde. Er entdeckt eine Anzeige, die ihm genau das verspricht: Eine Klinik sucht für ein Amnesie-Experiment Probanden, die sich traumatische Erinnerungen aus dem Gedächtnis löschen lassen, um wieder ein normales Leben führen zu können.
Marc, zunächst skeptisch, will sich in der Klinik zunächst über das Experiment informieren und nimmt an einigen Tests teil. Doch ab diesem Zeitpunkt ist sein Leben nicht nicht mehr das, was es vorher gewesen ist: Sämtliche Handykontakte sind auf einmal aus seinem Gerät verschwunden, sein Schlüssel passt nicht mehr in das Schloss von seiner Wohnung, seine Kreditkarten sind gesperrt...ist er bereits ohne es zu wollen und zu wissen Teil des Experiments geworden?

Mehr darf nicht verraten werden, wenn man sich den Spaß an diesem Buch nicht nehmen möchte. Die Geschehnisse werden immer abstruser und merkwürdiger, man weiß als Leser irgendwann nicht mehr, was Realität ist und was nicht, welches Spiel mit Marc gespielt wird oder ob er einfach nur langsam oder sicher dem Wahnsinn verfällt.
Dieses Schema zieht sich von Anfang bis zum Ende des Buches durch - bis dann letztendlich die Auflösung der Handlung erfolgt, auf die man (also ich) NIEMALSNEVEREVERGARNICHTNICHT gekommen wäre.
Das ist ja einerseits gut, aber andererseits ist die Auflösung damit letzten Endes so abstrus und weit her geholt, dass es mir persönlich nen Tick zu viel war.

Kurz und knapp
Ich gebs ja zu: Ich bin ein riesen Fan von Sebastian Fitzek. Die Bücher machen einfach Spaß, sind spannend und allesamt toll geschrieben. So auch "Splitter", der mich beim Lesen an den Rande eines Herzinfarkts geführt hat. Ich habe mich ständig gefragt, wo die Geschichte denn um Himmels Willen hinführen soll - und das Ende ist absolut überraschend und unvorhersehbar - aber mir persönlich ein bisschen zu weit her geholt.

Dennoch: Baschti Fitzek - beschde Fitzek!




Mittwoch, 30. Oktober 2013

Evil

Jack Ketchum

2 von 5 Punkten

Ja, dieses Buch und die Dinge, die darin geschildert werden sind böse. Sehr böse sogar. Erschreckend, abstoßend, widerlich und schwer zu ertragen. Gleichzeitig üben sie aber auch eine Faszination aus – eine Faszination, von der der Autor weiß, und die er meiner Ansicht auch nur ausschließlich einsetzt, um den Leser vom Kauf des Buches bis hin zur letzten Seite bei der Stange zu halten. Und genau darin liegt für mich der Unterschied zwischen „Evil“ und einem guten Horror-Roman: Führt mich der Plott als Leser in die Tiefe oder setzt er allein nur auf meine Lust auf Voyeurismus?

Wir befinden uns in den 50er Jahren in den USA. Idyllisches Kleinstadtambiente, Huckleberry-Finn-Romantik, spielende Kinder am Fluss, in der Nachbarschaft sind auf einmal zwei fremde Mädchen eingezogen, alle Jungs finden sie toll, die neue Ziehmutter der Mädchen findet diese hingegen nicht so toll -  trallallalla Klischee Klischee, kann in einem Roman der im – wie ich finde sehr lustig bezeichneten – „Heyne Hardcore“-Ressort veröffentlicht wurde ja nur ganz böse enden.
Und so ist es dann auch. Von Anfang an ziemlich durchschaubar zieht sich die lieblos erdachte Handlung hin bis zum bitteren Ende, man weiß als Leser im Grunde von Anfang an, wohin die Reise geht – nämlich in den Keller, wo ein Mädchen gefoltert, misshandelt und geschunden wird.

Am Ende des Buches habe ich nach knapp 300 Seiten als Leser das Gefühl, eine Aneinanderreihung perverser Gewaltphantasien gelesen zu haben, ohne jedoch verstanden zu haben, was mir der Autor damit eigentlich mitteilen wollte.
Ja, ich wurde schockiert, ja ich mache mir Gedanken darüber, ja, ich weiß, dass das tatsächlich hinter manchen Mauern passiert, ja, ich weiß, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, und jahaaa es ist totalschlimmundbähundmirgehtsjetztauchnichtgutundichkonnteauchnichtaufhörenzulesen aaaaaaber:
Was erwarte ich mir von einem guten Buch aus dem Horrorgenre? Ist es die Aufgabe des Autors, die Leser allein mit schrecklichen Tatsachenschilderungen zu schockieren, oder sollte er nicht viel mehr versuchen, seinen Figuren und ihren Taten mehr Tiefe zu verleihen?

Die Handlung hätte wirklich viel mehr Potential gehabt, die der Autor meiner Ansicht nach nicht genutzt hat. Mich hätte interessiert, was die böseböse Ziehmutter (Ersatzmütter und Stiefmütter sind von jeher immer die Sündenböcke. Tja. Schicksal.) erlebt hat, um so zu handeln, was die Kinder aus der Nachbarschaft für Backgrounds haben, einfach um sie mir näher zu bringen, das Innenleben des Erzählers noch besser auszuarbeiten und so weiter und so weiter. Das wirkt bei „Evil“ alles irgendwie ein bisschen halbgar und nicht ernsthaft ausgearbeitet. Und genau diese Tiefe wäre bei diesem Roman für mich wirklich nötig gewesen.
Denn so habe ich böse gesagt den Eindruck, der Autor kratzt ein wenig an der scheinpsychologischen Oberfläche, um dem Leser, der ausschließlich nach den Gewaltbeschreibungen giert, eine Art Entschuldigung dafür zu geben um weiterlesen zu können.


Kurz und knapp
Eine lieblose Aneinanderreihung von perversen Gewaltschilderungen ohne wirklichen Tiefgang.

Von Anfang an durchschaubare aber auch schockierende Story.